Malerarbeiten am Schloss Darmstadt mit der Festool Tischkreissäge

Adel verpflichtet

Fenstersanierungen im Schloss Darmstadt

Wo einst Landgrafen Hof hielten, gehen heute Handwerker verschiedener Gewerke ein und aus. Wir haben im Residenzschloss Darmstadt ein Team begleitet, das mit großer Sorgfalt und handwerklicher Erfahrung die historischen Fenster saniert.
„Wir treffen uns in der Werkstatt“, hieß es vorab – aber der Weg dorthin ist mindestens so ungewöhnlich wie das Ziel: über einen Wassergraben durch ein mächtiges Portal, dann linker Hand über eine breite Treppe hinauf ins erste Obergeschoss, wo die Raumhöhe bei etwa 7 Metern liegen dürfte. Ganz hinten, am südlichen Ende des Flügels, betritt man dann tatsächlich eine komplette Werkstatt, die das Team der Schreinerei Pfau aus Pfungstadt eingerichtet hat.

Fenstersanierung vor Ort

Seit Ende 2016 arbeiten vier Mitarbeiter von Pfau kontinuierlich im Residenzschloss Darmstadt, noch mindestens ein weiteres Jahr werden sie hier beschäftigt sein. Ihr Auftrag: die Sanierung von mehr als 200 Fenstern – und zwar vor Ort und nicht im Akkord. Die Arbeiten am Herrenbau und im Glockenturm sind bereits abgeschlossen. Aktuell stehen die mächtigen Rahmen und Fensterflügel im barocken De-la-Fosse-Bau an. Jedes einzelne Fenster, so scheint es, erzählt seine eigene Geschichte. Und die Geschichte des Darmstädter Residenzschlosses ist wahrhaftig lang.

Faszination Schloss Darmstadt

Die Technische Universität Darmstadt, die seit rund zwanzig Jahren als „Schlossherrin“ für die Sanierungsarbeiten im Residenzschloss zuständig ist, spricht von einem „Bilderbuch der Baugeschichte“. Was als mittelalterliche Wasserburg begann, wurde mit dem Kirchen- und Kaisersaalbau im Renaissancestil weitergeführt. Anfang des 18. Jahrhunderts plante der französische Architekt Louis Rémy de la Fosse eine komplett neue barocke Schlossanlage, von der jedoch aus Geldgründen nur zwei Flügel und das markante Portal realisiert wurden. Erst im 19. Jahrhundert sollte das „neue“ Schloss voll ausgebaut werden. 1944 brannte das Schloss nach Bombenangriffen völlig aus und wurde anschließend über Jahrzehnte wieder auf- und ausgebaut.

„Wir erhalten, was zu erhalten ist. Entscheidend ist, dass wir mit großer Sorgfalt und handwerklicher Erfahrung ans Werk gehen.“

Jürgen Pfau, Schreinermeister  

Beeindruckende Handwerkskunst

Die meisten der Fenster im Darmstädter Residenzschloss stammen aus den Nachkriegsjahren. Damals wurden sie nach dem Vorbild der Originale speziell angefertigt, weil eben kaum etwas den Feuersturm überlebt hatte. Heute erfolgt die Fenstersanierung unter ganz anderen, denkmalpflegerischen Maßgaben: „Wir erhalten, was zu erhalten ist“, betont Jürgen Pfau. „Entscheidend ist, dass wir mit großer Sorgfalt und handwerklicher Erfahrung ans Werk gehen.“ Ein beachtlicher Festool Maschinenpark – stationär und mobil – hilft den Mitarbeitern dabei. „Im Bereich Schleifen und Absaugung ist Festool einfach top“, schwärmt Jürgen Pfau, „mit den Akkuschleifern können wir sogar die bis zu fünf Meter hohen Fensterzargen vom Gerüst aus ziemlich komfortabel schleifen.“