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Wände schleifen mit einem Langhalsschleifer

Große Flächen zu schleifen gehört zum Alltag in vielen Handwerksbereichen. In diesem Anwendungsbeispiel wird das Vorgehen beim Schleifen der Wände sowie der Decke eines Raums anhand mehrerer typischer Anwendungsbereiche geschildert. Dabei kommt ein Langhalsschleifer zum Einsatz.

    Beschreibung

    In ihrer täglichen Arbeit stehen Maler, Trockenbauer und Stuckateure häufig vor Arbeiten, bei denen große Flächen geschliffen, geglättet oder von nicht tragfähigen Beschichtungen gesäubert werden müssen. Beispielsweise beim Wände-Schleifen nach dem Spachteln. Möchte man Decken oder Wände schleifen, empfiehlt es sich aus Gründen der Wirtschaftlichkeit, auf Maschinen mit möglichst großen Schleiftellerdurchmessern zurückzugreifen, um die Arbeitszeit zu minimieren bzw. möglichst gering zu halten.

    Im folgenden Anwendungsbeispiel wird beschrieben, wie man mit Hilfe des Festool PLANEX-Systems große Flächen wie eine Wand oder eine Decke schleifen kann. Diese Wände-Schleifen-Anleitung zeigt auf, wie man dabei rationell und schnell arbeiten kann.

    Maschinen/Zubehör

    In diesem Anwendungsbeispiel werden folgende Maschinen und folgendes Zubehör empfohlen:

    Alternative Maschinen

    Alternativ werden folgende Maschinen und folgendes Zubehör empfohlen:

    Vorbereiten/Einstellen

    • • Den Langhalsschleifer an den Sauger anschließen.
      • Mechanische Arretierung durch Drücken des grünen Knopfes öffnen und Saugschlauch mit Spezialmuffe über den Anschluss schieben.
      • Mechanische Arretierung wieder schließen.

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      Den Langhalsschleifer an den Sauger anschließen
    • • Stromversorgung des Langhalsschleifers über plug-it-System mit dem Absaugmobil verbinden.
      • Bei der Verwendung des Originalschlauchs im PLANEX-Set wird am Absaugmobil der Schlauchdurchmesser auf Stufe 36 eingestellt.

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      Stromversorgung des Langhalsschleifers mit dem Absaugmobil verbinden
    • Schalter am Absaugmobil auf Auto stellen. Hierdurch läuft der Sauger automatisch beim Einschalten des Langhalsschleifers an. So lassen sich Wände glatt schleifen, ohne, dass sich Staubpartikel auf dem Schleifmittel ansammeln.

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      Schalter am Absaugmobil auf Auto stellen.
    • Um beim Schleifen der Wände auf der Baustelle eine sichere Ablagefläche für den Langhalsschleifer zu haben (z.B. für den Schleifpapierwechsel), gibt es einen Werkzeughalter, der direkt auf dem Absaugmobil montiert wird.

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      Um beim Schleifen der Wände eine sichere Ablagefläche für den Langhalsschleifer zu haben, gibt es einen Werkzeughalter.
    • Bei großen Deckenflächen ist ein Tragegeschirr zu empfehlen. Hierbei hat der Anwender den Vorteil, dass die Last des Langhalsschleifers nicht nur auf Arme und Schultern sondern auf den gesamten Körper verteilt wird. Dadurch bekommt der Anwender eine optimale Arbeitsunterstützung und erzielt ein ergonomisches Arbeiten.

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      Bei großen Deckenflächen ist ein Tragegeschirr zu empfehlen.

    Vorgehensweise

    Trockenbau Fugen
    • Bei der Trockenbauweise werden keine durchnässenden Baustoffe wie Beton oder Putz zur Errichtung der Wände benötigt, was eine erhebliche Zeit- und Kostenersparnis bei der Innenraumgestaltung und somit auch beim gesamten Bauvorhaben zur Folge hat. Sämtliche bauphysikalischen Anforderungen bezüglich Wärme-, Kälte-, Schall-, Brand-, Feuchte-, Strahlenschutz sowie Schlagsicherheit können u.a. in Trockenbauweise erfüllt werden.

      Nach vollständig abgeschlossener Montage müssen die Fugen der Gipskartonplatten mit geeigneten Spachtelmaterialien und ggf. mit einer Armierung geschlossen bzw. vollflächig überspachtelt werden.

      Beim Spachteln dieser Fugen können Spachtelgrate oder Unebenheiten auftreten, die vor einer Folgebeschichtung entfernt werden müssen.

      +
      Bei der Trockenbauweise werden keine durchnässenden Baustoffe wie Beton oder Putz zur Errichtung der Wände benötigt.
    • Will man die verspachtelten Fugen schleifen, geht man also folgendermaßen vor:

      • Schleifscheibe STF D225/8 Granat P120 oder Granat Net P120 auf dem Schleifteller des PLANEX aufbringen. Bei geringen Spachtelgraten oder direkten Folgebeschichtungen mit pigmentierten Beschichtungsstoffen können auch feinere Schleifmittelkörnungen (P 150, P 180, P 220, etc.) verwendet werden. Gröbere Körnungen als P 100 sollten nicht verwendet werden, da sonst die oberste Schicht der Gipskartonplatten beschädigt wird.

      • Drehzahl der Maschine auf Stufe 4-6 einstellen.

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      Schleifscheibe Granat auf dem Schleifteller des PLANEX aufbringen.
    • • PLANEX auf Innenabsaugung stellen.
      • Ansaugregulierung auf Stufe 1 einstellen.

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      PLANEX auf Innenabsaugung stellen.
    • • PLANEX erst ansetzen, dann einschalten.
      • Ansaugregulierung erhöhen, bis gewünschte Ansaugwirkung erreicht ist.
      • Schleifmittelkörnung passend zur gewünschten Oberflächenqualität und in Abhängigkeit von der Nachbehandlung der Fläche wählen. Bei einer nachfolgenden Tapezierung der Wände mit Raufasertapete ist eine geringere Oberflächenqualität erforderlich als bei einer direkten Beschichtung mit bspw. Dispersionsfarben.

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      PLANEX erst ansetzen, dann einschalten.

    Vorgehensweise

    Wand- und Deckenflächen
    • Häufig kommt es im Renovierungsbereich vor, dass Wände oder Decken eines Bauobjekts vollflächig mit Spachtelmaterialien überzogen werden. Hier entstehen wie auch im Trockenbau Spachtelgrate und Unebenheiten, die nach dem vollständigen Trocknen egalisiert werden müssen.

      Hierbei müssen die unterschiedlichen Materialeigenschaften der Spachtelprodukte und die daraus resultierenden Einstellungen am PLANEX LHS 225 beachtet werden.

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      Wenn Wände oder Decken eines Bauobjekts vollflächig mit Spachtelmaterialien überzogen sind, müssen die Materialeigenschaften der Spachtelprodukte und die daraus resultierenden Einstellungen am PLANEX beachtet werden.
    • Weiche und/oder gut schleifbare Spachtelmaterialien (Pastös/ Fertigspachtel):

      Bei diesen Materialien, die oftmals mit Leichtfüllstoffen angereichert sind, entsteht eine große Menge an Staub.

      Dieser Staub kann beim Einstellmodus Innenabsaugung nicht optimal abgesaugt werden.
      Folgende Vorgehensweise wird empfohlen:

      • Schleifscheibe STF D225/8 P240 Granat Net oder feiner (P320,P400) auf dem Schleifteller des PLANEX LHS 225 aufbringen.
      • Drehzahl der Maschine auf Stufe 1-3 einstellen.
      • PLANEX auf Außenabsaugung stellen.

      +
      Bei Materialien, die mit Leichtfüllstoffen angereichert sind, entsteht eine große Menge an Staub.
    • • Ansaugregulierung auf Stufe 6 stellen.
      • PLANEX auf Fläche aufsetzen und einschalten.
      • Wände schleifen bis gewünschte Oberflächenqualität erreicht ist.
      Wenn die Ansaugregulierung des PLANEX geöffnet ist, zieht der Bypass Fremdluft und es ist keine optimale Absaugwirkung direkt am Schleifteller möglich.

      Deshalb generell bei Verwendung der Außenabsaugung Bypass auf Stufe 6 einstellen!

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      Ansaugregulierung auf Stufe 6 stellen.

    Vorgehensweise

    Harte und/oder schwer schleifbare Spachtelmaterialien
    • Einige Materialien werden nach längerer Trocknungszeit (> 2 Wochen) sehr hart und dadurch auch schwer schleifbar. In diesem Fall wird beim Wände-Schelifen folgendermaßen vorgegangen:

      • Schleifscheibe STF D225/8 P100 Granat oder Granat Net P100 auf dem Schleifteller des PLANEX LHS 225 aufbringen. Bei geringen Spachtelgraten oder bei direkten Folgebeschichtungen mit pigmentierten Beschichtungsstoffen können auch feinere Schleifmittelkörnungen (P 120, P 150, P 180, P 220, etc.) verwendet werden.
      • Drehzahl der Maschine auf Stufe 6 einstellen.

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      Einige Materialien werden nach längerer Trocknungszeit sehr hart und dadurch auch schwer schleifbar.
    • • PLANEX auf Innenabsaugung stellen.
      • Ansaugregulierung auf Stufe 1 einstellen.
      • PLANEX auf Fläche aufsetzen und einschalten.

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      PLANEX auf Innenabsaugung stellen.
    • • Ansaugregulierung erhöhen bis gewünschte Ansaugwirkung erreicht ist.

      • Fläche bearbeiten bis gewünschte Oberflächenqualität erreicht ist.

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      Ansaugregulierung erhöhen bis gewünschte Ansaugwirkung erreicht ist.

    Vorgehensweise

    Sonstige Anwendungen und Tipps
    • Anwendungen mit hoher/niedriger Staubentwicklung

      Da es eine Vielzahl von weiteren speziellen Anwendungsgebieten (z.B. Tapetenreste entfernen) gibt und diese nicht alle separat erläutert werden können, sind folgende Grundregeln der Einstellmöglichkeiten beim Schleifen der Wände wichtig:

      • Bei der Bearbeitung von Materialien, die große Mengen Staub und/oder grobe Schleifpartikel erzeugen (z. B. Abschleifen von Streichputz, nichttragfähigen Altbeschichtungen, sandenden Grundputzen, etc.) wird die Außenabsaugung verwendet. So wird außerhalb des Schleiftellers abgesaugt. In Kombination mit dem Netzschleifmittel Granat Net erzielt man hierbei die besten Ergebnisse.
      • Bei Materialien, bei denen wenig Schleifstaub entsteht, kann grundsätzlich die Innenabsaugung am PLANEX verwendet werden (innerer Lochkreis wird abgesaugt).

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      Bei der Bearbeitung von Materialien, die große Mengen Staub und/oder grobe Schleifpartikel erzeugen wird die Außenabsaugung verwendet.
    • Bei Abnahme des Bürstensegments kann mit dem PLANEX auch direkt bis in angrenzende Eckbereiche gearbeitet werden. Hierdurch entfällt das mühsame Nachschleifen von Hand.

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      Bei Abnahme des Bürstensegments kann mit dem PLANEX auch direkt bis in angrenzende Eckbereiche gearbeitet werden.
    1. Unsere Anwendungsbeispiele und Arbeitsergebnisse sind die Dokumentation der von uns durchgeführten Arbeitsschritte. Sie sind individuelle Beispiele und keine Gewähr oder Zusicherung dafür, dass der Anwender dieselben Resultate erreicht. Die Resultate hängen von der Erfahrung und dem Geschick des Anwenders sowie den verwendeten Materialien ab Anwendungsbeispiele ersetzen nicht die Festool Bedienungsanleitung und/oder Sicherheitshinweise. Die Haftung für Sach- und Rechtsmängelfreiheit der Informationen, Anleitungen, Anwendungen, insbesondere für deren Fehlerfreiheit, Richtigkeit, Freiheit von Schutz- und Urheberrechten Dritter, Vollständigkeit und/oder Verwendbarkeit ist ausgeschlossen. Schadenersatzansprüche des Anwenders, gleich aus welchem Rechtsgrund, sind ausgeschlossen. Diese Haftungsausschlüsse gelten nicht bei Vorsatz, grober Fahrlässigkeit oder in Fällen gesetzlich zwingender Haftung.

      Eine Haftung für Mangelfolgeschäden übernehmen wir nicht.