Blanco Seda

Ein Malerbetrieb, der Gewissenhaftigkeit, Anspruch und Innovationskraft vereint.

Francisco J. Rodriguez kommt aus einer Malerfamilie. Vor 14 Jahren gründete er in Barcelona seinen eigenen Betrieb. Wir haben den Chef von Blanco Seda auf eine seiner außergewöhnlichen Baustellen begleitet.
Auf dem Weg zur Baustelle fahren wir durch breite Straßen mit prächtigen Stadthäusern. Wir biegen ins Barri Gòtic, den ältesten Stadtteil Barcelonas. Hier werden die Gassen schlagartig enger. Durch eine schmiedeeiserne Tür betreten wir ein Wohnhaus. Das Treppenhaus ist schmal, der Aufzug erinnert eher an eine Rohrpost. Im ersten Obergeschoss aber eröffnet sich eine ganz neue Welt: eine Etage mit 350 Quadratmetern Wohnfläche. Francisco J. Rodriguez, Inhaber der Malerfirma Blanco Seda, empfängt uns mit zwei seiner Mitarbeiter auf der Baustelle. Wie sie die Gipskartonplatten und Spachtelsäcke, die Schleifwerkzeuge und Sauger hier hochbekommen haben, bleibt ein Rätsel. Der Aufwand ist enorm: Wände wurden durchgebrochen, verschoben und neu eingezogen. Der Boden musste teilweise komplett aufgemacht werden, um die tragenden Balken darunter instand zu setzen. Die gesamte Etage wurde in drei Wohneinheiten aufgeteilt, die von einem gemeinsamen Flur aus zugänglich sind.

Höchste Qualität als Alleinstellungsmerkmal

Der Gang zu den drei Wohnungen ist in einem Anthrazitton gestrichen. Das Auge sagt, die Wand ist fertig. Francisco Rodriguez sagt: „Das ist erst der Anfang.“ Das Festool Streiflicht, das er an die Wand anlegt, gibt ihm Recht. „Rodri“, wie hier alle den Chef nennen, nimmt es ganz genau. Ihm kommt es auf jedes Detail an. Und das ist auch das Geheimnis seines Erfolgs. Blanco Seda ist ein vergleichsweise kleiner Betrieb, aber sehr begehrt – bei Mitarbeitern, die so arbeiten möchten wie er; und bei Kunden, die höchste Qualität erwarten. Vor Aufträgen kann sich Rodri momentan kaum retten. „Ich interessiere mich für Aufträge, die mich fordern. So bin ich aufgewachsen, und ich habe mir als Maler bis heute diese Neugier erhalten“, sagt er. „Deshalb mag ich Projekte am liebsten, die mich und meine Mitarbeiter weiterbringen.“

Neugier gepaart mit Erfahrung und Wissen

2004 machte sich Francisco J. Rodriguez selbstständig und baute über die Jahre ein eigenes Team auf. Ihn reizt das Anspruchsvolle, das Neue. Er ist gewissenhaft und innovativ. Auch wenn er etwas Neues macht, will er es richtig machen. So entdeckte er das Material Mikrozement für sich. „Mich hat daran von Anfang an fasziniert, dass man mit Mikrozement geschlossene, fugenlose Oberflächen herstellen kann, die extrem schön und zugleich belastbar sind.“ Seine ersten Erfahrungen, erzählt Rodri, hat er mit dem Material eines nordamerikanischen Herstellers gesammelt, bis er auf TOPCIMENT in Valencia gestoßen ist. „Daraus entstand ein Zusammenspiel, in dem TOPCIMENT den Mikrozement weiterentwickelte und ich dessen Verarbeitung immer weiter perfektionierte. Diese Erfahrung ist für mich bis heute von unschätzbarem Wert“, sagt er, „weil der Einsatz von Mikrozement viel Erfahrung und Wissen erfordert – und natürlich auch das richtige Werkzeug.“

Für die Kunden – mit dem Architekten

Inzwischen gehört Rodri zu den Besten seines Fachs, denen man jeden anspruchsvollen Malerjob blind anvertrauen würde – und zwar nicht nur im Bereich Mikrozement. Das weiß auch Luca Lancini. Der Architekt aus Brescia hat seit Jahren sein Büro in Barcelona. Mit Francisco J. Rodriguez hat er schon viele Projekte realisiert, auch das aktuelle im Gotischen Viertel. Auf der Baustelle treffen sie sich und besprechen die nächsten Schritte. Das „Miteinander“ sei für ihn entscheidend, betont Lancini: „Ich arbeite für meine Kunden und mit den Handwerkern zusammen. Denn ich bin der Meinung, dass gute Architektur nicht allein im Kopf des Architekten entsteht, sondern eben miteinander.“ Dabei kann es durchaus sein, dass Lancini eine gute Idee hat, Rodri aber eine bessere. Oder umgekehrt. Am Ende kommt es auf das beste Ergebnis an.

Auf der Suche nach Herausforderungen

Außergewöhnlich ist auch die Bar „Ancestral“, in der die beiden die eigentlich wichtigen Gespräche führen. Lancini hat sie gestaltet, Rodri hat den Tresen ausgeführt – natürlich in feinem Mikrozement. Hier bewahrheitet sich die Schönheit und Robustheit des Materials. Dass die dünne Oberfläche am Tresen in acht aufwändigen Arbeitsschritten entstanden ist, macht sich bezahlt: Kein Kratzer, keine Risse, keine Flecken sind zu sehen. Bei einem Glas erzählen die beiden von gemeinsamen Projekten, etwa in Berlin, wo das Team von Blanco Seda mit seinem gesamten Know-how importiert wurde, um ein Apartment großflächig mit Mikrozement auszustatten. Und sie sprechen über Gemeinsamkeiten: die Neugier und die ständige Suche nach Herausforderungen, an denen sie kontinuierlich wachsen können. Ganz beiläufig erzählt Rodri, wie er 2003 aus 12 Metern Höhe vom Gerüst stürzte. Und auf die Beine fiel. Vielleicht weiß man ja nach einer solch existenziellen Erfahrung, warum man lebt oder arbeitet. Rodri, so scheint es, lebt für seine Arbeit. Und jedes seiner Projekte spricht dafür.