Der Zimmerermeister Daniel Poguntke war vier Jahre auf der Walz

Auf der Walz

Ein kleiner Einblick in die spannende Reise junger Zimmerer

Die Wanderschaft von Gesellen nach Abschluss der Lehre hat eine lange Tradition. Sie wird bis heute gepflegt. Der Zimmerermeister Daniel Poguntke war vier Jahre auf der Walz und weiß, wie bereichernd es ist, sich mit der eigenen Hände Arbeit in der Fremde durchzuschlagen.

Er erzählt, er schwärmt, pickt haufenweise Fotos aus einer Kiste: Momentaufnahmen seiner Wanderschaft, an die sich Daniel Poguntke gerne erinnert. Zum Beispiel an den 13. August 2001, als er gemeinsam mit drei anderen Zimmerergesellen verabschiedet wurde, in die Welt geschickt unter der Obhut des Fremden Freiheitsschachts. An seine verschiedenen Stationen in Deutschland, an seine Zeit in den USA und Kanada, auf den Bahamas, in Australien und Neuseeland. Das Reisebuch, das er hütet wie einen Schatz, ist voll mit handschriftlichen Dankesschreiben und Stempeln aus Thüringen und der Schweiz, aus New York, Sidney und Wellington. Vier Jahre war Daniel Poguntke unterwegs, außerhalb der „Bannmeile“ von 50 Kilometern um seinen Heimatort.

In Wellington
In Rom.

Die Walz als Abenteuer – früher und heute

Seit dem Mittelalter gehen Gesellen auf die Wanderschaft: Steinmetze und Maurer, Schreiner, Tischler und vor allem Zimmermänner. Anfangs war die Walz sogar verpflichtend, denn erst nach Beendigung der Wanderschaft und den sogenannten „Mutjahren“ konnte man sich als Handwerker an einem Ort niederlassen. Aber auch ohne Pflicht wurde die Tradition weiter gepflegt. Noch heute gehen Männer und Frauen auf die Walz. Wie früher befolgen sie geschriebene und ungeschriebene Regeln, die sich über die Jahrhunderte kaum verändert haben. Und bis heute wandern sie in traditioneller Kluft und müssen ihr Reisegepäck auf das beschränken, was sie in ein Tuch, den sogenannten „Charlottenburger“, wickeln können.

Wie die Walz weitergeht und was ein Zimmerer an Equipment braucht, seht ihr im Festool Wood Magazin No. 2

In New York