Lang lebe der Lehm!

Nachhaltiges und ökologisches Bauen

Das Festool Diamant Trennsystem DSC-AG 125 im Einsatz
Karl Preiser
Zimmerer und Inhaber von Bauprofi-Preiser
Karl Preiser ist 36 Jahre alt, gelernter Zimmerer und Inhaber von Bauprofi-Preiser in Augsburg. Karl und sein Team haben sich dem nachhaltigen Innenausbau von Häusern verschrieben. Wohngesundheit, individuelles Design und der Mehrwert ökologischer Naturbaustoffe stehen bei ihren Projekten im Fokus. Die Hauptzutaten für dieses nachhaltige Hausbau-Konzept sind Lehm und Holz. Karls Lieblingstools sind das Trennsystem DSC-AG 125 Plus und in der dunklen Jahreszeit der Baustrahler SYSLITE DUO.

Wie bist du auf die Idee gekommen, mit Lehm zu arbeiten?

Das ging über mehrere Stationen. Wir wechselten von Mineralwolle zur Jute- und Hanfdämmung, vom klassischen Metallprofil zum Holzständer und dann schlussendlich vom Gipskarton zum Lehm. Je mehr man sich mit gesundem Wohnungsbau und Nachhaltigkeit im Innenausbau auseinandersetzt, umso mehr zeigt sich der Lehm dann auch als unumgänglicher Baustoff.

Was unterscheidet den Lehm von herkömmlichen Baustoffen? Und was zeichnet Lehm als Baustoff aus?

Lehm schafft ein optimales Wohnklima aufgrund der Wasserlöslichkeit und der daraus resultierenden hohen Feuchtesorbtionsfähigkeit. Das bedeutet, der verbaute Lehm nimmt eine hohe Luftfeuchtigkeit auf, neutralisiert dabei Gerüche und optimiert die Raumluftfeuchte. Zudem ist er auch attraktiv für eine besondere Raumgestaltung – aufgrund der erdigen, absolut natürlichen Farben – und passt damit auch perfekt zu schönem Holz. Darüber hinaus ist Lehm vollkommen ökologisch und nachhaltig.
Zuschneiden der Holzstücke mit der Festool Kapp-Zugsäge KAPEX
Der Festool Akku-Bohrschrauber im Einsatz
Überprüfen der Oberfläche mit dem Festool Baustrahler SYSLITE DUO
Der Festool Akku-Bohrhammer BHC 18 im Einsatz auf der Baustelle

Lehm und Holz sind Baustoffe mit Tradition. Wie hast du dir das Wissen über beides angeeignet?

Als gelernter Zimmerer habe ich natürlich schon in der Ausbildung sehr viel mit Holz gearbeitet, auch der richtige Umgang mit den entsprechenden Maschinen wurde mir in dieser Zeit professionell beigebracht. Die Ausbildung zur Fachkraft im Lehmbau hat mir dann den Umgang mit dem Baustoff Lehm vermittelt. Zu diesem grundlegenden Basiswissen kommen dann über die Jahre auch noch einige Seminare und Schulungen. Am meisten Wissen sammle ich aber selbstverständlich durch den täglichen Umgang mit Lehm und Holz in den verschiedensten Projekten.

Wirst du hin und wieder belächelt von Kollegen, die mit herkömmlichen Baustoffen bauen?

Es ist tatsächlich so, dass sich bei anderen Gewerken, wenn auch manchmal nur zaghaft, eher Interesse zeigt als Abneigung. Klar, wenn ich dann mal richtig aushole mit meinen Visionen im nachhaltigen Bauen, wird dann eher mal lächelnd abgewunken. Aber der Baustoff Lehm hat anscheinend auch hier durchweg positiven Einfluss.

„Lehm ist wie Holz einer der ältesten Baustoffe und kann zudem immer wieder verwendet werden. Lehm ist daher nicht nur genauso lange haltbar, sondern im Grunde für die Ewigkeit. Und das ohne chemische Zuschläge.“

Karl Preiser - Zimmerer

Welche Elektrowerkzeuge von Festool setzt du am meisten ein? Und warum?

Meine Staubsauger, egal ob CTL Mini I oder CTL 36 E AC, und ganz klar meinen DRC 18/4. Zum einen sind mir ordentliche Baustellen wichtig, zum anderen geht ohne ordentlichen Akkuschrauber gerade im Lehm-Trockenbau nichts vorwärts. Wenn ich so drüber nachdenke, ist aber auch die Kappsäge KS 120 REB zum Sägen unserer Unterkonstruktionen und Holzböden viel in Aktion. Und das Rührwerk MX 1600/2 E EF für den Lehm ist quasi ständig im Einsatz.

Welche besonderen Herausforderungen bringt die Arbeit mit Lehm mit sich?

Lehm ist ein reines Naturprodukt. Zum Glück haben sich hier viele schlaue Pioniere die Mühe gemacht, tolle Produkte auf den Markt zu bringen, die sich schon sehr angenehm verarbeiten lassen. Nichtsdestotrotz bedarf es eines gewissen Grundverstands und Gefühls bei der Verarbeitung. Die eigentliche Herausforderung liegt aber in der Zusammenstellung der einzelnen Komponenten für ein attraktives Endergebnis, bei dem der Mehrwert des Lehms im Fokus steht und der Kunde begeistert ist.

Du gehörst zu einer jüngeren Generation im Handwerk. Was unterscheidet euch von den alten Hasen?

Den Jüngeren fühle ich mich gar nicht mehr so zugehörig, jedoch versuche ich, zumindest über meinen Content auf den Social-Media-Kanälen nah bei der jüngeren Generation zu sein. Das ist, denke ich, auch schon das, was die jüngere Generation von den alten Hasen unterscheidet. Die Älteren sehen es eher als Zeitverschwendung, während sich die Jüngeren hier sehr stark weiterentwickeln und teilweise sogar neue Geschäftszweige erarbeiten.

Wie wichtig ist Kreativität in deinem Job?

Zum einen wird oft schon beim ersten Besuch auf der Baustelle ein erster kreativer Lösungsansatz abgefragt. Zum anderen läuft ab und an nicht alles so wie geplant, da ist dann eine gewisse Kreativität fast Pflicht.

Wie wichtig ist für dich der direkte Austausch mit Kunden?

Ich bin sehr gerne im Gespräch, erkläre auch oft bis ins Detail, wie ich dieses oder jenes ausführen würde beziehungsweise plane. Um unseren Stil an Projekten umsetzen zu dürfen, ist ein sehr enger und intensiver Kontakt zum Kunden definitiv wichtig.

Auf welches Tool kannst du im Alltag nicht verzichten? Und warum?

Bei den aktuell wieder kürzer werdenden Tagen ist meine SYSLITE DUO absolut unverzichtbar. Ohne anständiges Licht kann man schlichtweg nicht ordentlich arbeiten. Um aber noch mein Lieblingsthema Lehm einzubinden: Mein absolutes Lieblingswerkzeug ist beim Zuschnitt der Lehmplatten die DSC-AG 125 Plus. Im Grunde ein Pflichtkauf für alle, die mit mineralischen Platten arbeiten. Es geht dann schlicht so einfach …

*Anmerkung der Redaktion: Der Begriff „graue Energie“ beschreibt die Energiemenge, die für Herstellung, Transport, Lagerung, Verkauf und Entsorgung eines Produkts benötigt wird.