Die Malerwerkstatt des Europa-Park

In 7 Stunden durch Europa

Langeweile Fehlanzeige: Wir begleiten einen Tag lang das Malerteam des Europa-Park

Wenn es so etwas wie einen Traumjob gibt, dann haben ihn die Handwerker vom Malerteam des Europa-Park in Rust bei Freiburg gefunden: Das 25-köpfige Team betreut Deutschlands größten Freizeitpark. Das ganze Jahr. Fünf Tage die Woche. Ein überaus abwechslungsreicher und farbenfroher Job – aber auch harte Arbeit. Wir reisen in sieben Stunden durch „Europa“ – mit an Bord: die neuen Akkuschleifer von Festool.
Nach einer knapp zweistündigen Autofahrt haben wir unser Ziel fast erreicht. Eine zweispurige Zufahrtstraße führt uns die letzten Meter bis zum Europa-Park. Mehrspurig ist sie vermutlich deshalb, um lästige Staus bei der Einfahrt zu vermeiden. Schließlich strömen jährlich über 5,5 Millionen Besucher aus ganz Europa in Deutschlands größten Freizeitpark, auf der Suche nach Erholung, Spaß und ein bisschen Ablenkung vom Alltag. Wir parken auf dem Besucherparkplatz und laufen in Richtung Eingang. Der Name „Europa-Park“ ist selbstverständlich Programm: Fast alle europäischen Regionen sind dort als Themenbereiche zu finden. Hinter der Drehtür beginnt für uns ein Tagestrip der ganz besonderen Art durch „Europa“: Denn wir sind heute nicht zum Achterbahnfahren hier, sondern begleiten das Malerteam des Parks bei seiner Arbeit.
Ein Maler des Europa-Park

Langeweile? Ein Fremdwort für das Malerteam

Adrian Bürkle, Malermeister und Leiter des Malerteams, empfängt uns mit einem festen Händedruck hinter der Pforte. Er arbeitet seit 2005 im Europa-Park, seit 2016 leitet er das Team. Seine 25 Mann starke Abteilung kümmere sich um das etwa 95 Hektar große Areal, erzählt er uns unterwegs. Das entspricht in etwa 90 Fußballfeldern oder der Fläche einer Kleinstadt. Fast ebenso viele Menschen, wie in einer Kleinstadt leben, sind im Europa-Park beschäftigt: 3.700 Mitarbeiter sorgen täglich für einen reibungslosen Ablauf. Bürkle führt uns zur Malerwerkstatt, in deren unmittelbarer Umgebung noch die Autowerkstatt, die Schreinerei und die Lackiererei beheimatet sind. Es ist das Servicezentrum des Parks, der jeden Tag aufs Neue gewartet und gepflegt werden muss. Auf Bürkles Schreibtisch steht – natürlich selbst bemalt – Ed Euromaus, das Maskottchen des Europa-Park. Gegenüber, direkt in Sichtweite, zeigt eine etwa DIN-A1-große Liste die Aufträge für die aktuelle Woche an. Das Wort „Langeweile“ scheint für Bürkles Team ein absolutes Fremdwort zu sein. „Wir haben hier im Park über zehn Gewerke, darunter auch Holzschnitzerei und Dekorationsmalerei“, sagt er und ergänzt: „Im täglichen Geschäft gibt es zahlreiche Schnittstellen, die sehr gut koordiniert sein müssen, um effizient zu arbeiten.“
Schleifarbeiten mit dem Festool Akku Schleifer
Schleifarbeiten mit dem Festool Akku Schleifer

„6.500 Aufträge und 50.000 Liter Farbe pro Jahr“

„Rund 6.500 Aufträge fallen für uns in der Malerabteilung pro Jahr an. Dabei verbrauchen wir insgesamt 50.000 Liter Farbe“, erzählt uns Adrian Bürkle (im Bild rechts) und fährt fort: „Über 90 Prozent davon sind Ausbesserungsarbeiten und Schleifarbeiten. Meistens kleinere Korrekturen an den Kulissen im Park, wie beispielsweise Holzfassaden in den 15 Themenbereichen des Europa-Park. Vor kurzem haben wir den Wagen der Attraktion ‚Oldtimer-Fahrt‘ im deutschen Themenbereich einen neuen Anstrich verpasst. Aber jetzt fahren wir erst einmal zusammen nach Skandinavien. Dort müssen wir ein paar Kulissen ausbessern“, sagt er uns und schnappt sich zwei SYSTAINER mitsamt Absaugmobil. Kurzerhand beladen er und sein Kollege Sebastian Summ (im Bild links) den Dienstwagen des Teams: ein weißes Golfcart.
Schleifen mit dem Festool Akku-Rutscher

Mit Vollgas nach Skandinavien

Mit maximaler Reisegeschwindigkeit – diese liegt bei einem Golfcart im Europa-Park unter Rücksichtnahme auf die Besucher bei circa 10 km/h – nähern wir uns dem Abbild der Heimat der Wikinger und des Knäckebrots. Sebastian Summ manövriert das elektrisch betriebene Fahrzeug zielsicher zum nächsten Auftrag. „Auch unter der Woche ist hier jede Menge los, wir schauen, dass wir außerhalb der Stoßzeiten arbeiten, damit wir die Besucher nicht stören“, erklärt er uns. „Skandinavien“ empfängt uns mit einem idyllischen Hafenstädtchen. In erster Linie handelt es sich um bemalte Holzoberflächen. Die leichten Verwitterungseffekte sind offensichtlich erwünscht und mit geübter Hand aufgetragen respektive abgetragen worden. Vor dem Gebäude von „Whale Adventures – Northern Lights“ türmen sich bemalte Holzkisten, dazwischen fahren kleine Boote durch das kristallklare Wasser. Unser Zielort. Sebastian Summ parkt den Golfcart vor dem Gebäude und macht uns gleich auf eine Besonderheit der Malerarbeit im Park aufmerksam: „Bei Außeneinsätzen setzen wir vor allem auf den ROTEX RO 150 FEQ und den ETS 125. Bei Ausbesserungen stehen wir allerdings immer wieder vor der Herausforderung, einen Stromanschluss zu finden. Seit kurzem kommen deshalb im Außenbereich auch die neuen Akkuschleifer – vor allem der ETSC – zum Einsatz.“ Apropos Einsatz: Das Handy klingelt, es ist ein Malerkollege. Auf der „Santa Marian“ in Portugal müssen ein paar Oberflächen ausgebessert werden und in „Irland“ muss eine Tür geschliffen werden. Unser Trip durch Europa geht weiter.
Das Maler-Team des Europa-Park im Einsatz

Schleifarbeiten auf der „Santa Marian“

Die „Santa Marian“ entpuppt sich – zumindest aus Laiensicht – als realitätsgetreuer Nachbau der „Santa Maria“, mit der Christoph Kolumbus 1492 Amerika erreichte. Hier, im beinahe schon karibischen Flair des Themenbereichs „Portugal“ mit seiner spiegelglatten Wasseroberfläche, offenbart sich auch die enorme Fläche des Parks: In der Ferne reckt sich die Holzachterbahn „Wodan“ in die Höhe, davor stürzt die „Atlantica SuperSplash“ mitsamt ihren vor Freude schreienden Fahrgästen in die Tiefe. Eine beeindruckende Kulisse! Sebastian Summ gibt sich unbeeindruckt und schnappt sich den ETS 125 mitsamt Absaugmobil CTL MINI, um ein paar Ausbesserungen am Ruder vorzunehmen. Später, an Deck, müssen noch ein paar Flächen an der Tür der Kapitänskajüte – Letztere dient als Cocktailbar – vorgenommen werden. „Der Exzenterschleifer ist mein favorisiertes Gerät“, verrät er uns mit einem Lächeln und ergänzt: „Er hat ein sehr gutes Handling und ich kann den Abtrag perfekt dosieren. Wobei die neuen Akkuschleifer, hier auf dem Schiffsdeck vor allem der RTSC, ohne Kabelbindung natürlich noch praktischer sind, gerade wenn man hier draußen im Park unterwegs ist.“

„Unsere Aufgabe ist es, Fehler zu erkennen, bevor es die Besucher tun. Und das ist bei insgesamt 15 Themenbereichen gar nicht so einfach.“

Adrian Bürkle - Malermeister im Europapark Rust

Schleifen mit dem Festool Akku Schleifer

Auf zum Irish Pub!

Nach einer knapp fünfminütigen Reise kommen wir im Themenbereich „Irland“ an, einer der insgesamt 15 Themenbereiche des Europa-Park. Mehrere Pubs, Restaurants und Souvenir-Shops reihen sich hier, in idyllischer verträumter Kulisse, aneinander. Zum Verweilen bleibt leider keine Zeit, denn es wartet schon der nächste Job: Eine Tür muss abgeschliffen werden. Sebastian Summ zückt den Festool Exzenterschleifer ETSC 125 und macht sich direkt ans Werk – dank Akkupower und integriertem Staubfangbeutel ist keine große Vorbereitung nötig. Nach fünf Minuten ist die Fläche fertig bearbeitet. Er trägt mit dem Pinsel ein wenig Farbe auf – aber nicht zu viel –, der Retro-Look der Tür soll schließlich erhalten bleiben. „Nur eine kleine Ausbesserung“, Summ klapp den SYSTAINER zu und lädt ihn auf den Golfcart. „Wir haben aber auch viele anspruchsvolle Projekte, vor allem in den Herbst- und Wintermonaten, wenn der Park geschlossen ist. Schwierig sind vor allem Aufträge, bei denen mehrere unterschiedliche Gewerke zum Einsatz kommen. Hierbei gilt es, sich punktgenau abzustimmen, Fristen zu setzen, Übergaben vorzunehmen und im Team zu arbeiten.“
Schleifen mit dem Festool Akku Schleifer

Bayerische Biergärten und russische Raumstationen

„Unsere Aufgabe ist es, Fehler zu erkennen, bevor es die Besucher tun. Und das ist bei insgesamt 15 Themenbereichen gar nicht so einfach“, erklärt uns Adrian Bürkle, sein Kollege nickt zustimmend. Die Fahrt geht weiter in Richtung „Russland“. Zunächst passieren wir den Themenbereich „Deutschland“. Wir fahren an einem Maibaum und einem Biergarten vorbei. Hier scheint alles in bester Ordnung zu sein – auch Adrian Bürkle wirkt zufrieden. Im Themenbereich „Russland“ angekommen, wartet der letzte Auftrag im Außenbereich für heute: An dem Nachbau der Raumstation „Mir“ hat sich ein Besucher mit einem kleinen Graffito verewigt – ein klarer Fall für den ETSC. Sebastian Summ trägt mit geübter Hand den Schriftzug ab, danach wird die Stelle mit der gleichen Farbe wieder beilackiert. Nach 20 Minuten ist das Graffito verschwunden. Adrian Bürkle prüft in der Zwischenzeit die Handläufe der Geländer, die die Besucher nach oben zur Achterbahn „Euro-Mir“ führen. „Hier ist die Abnutzung relativ hoch, weil die Leute sich hier festhalten, um im Wartebereich zügig voranzukommen“, erzählt er uns.
Schleifen mit dem Festool Akku Schleifer

Zurück in der Malerwerkstatt

Am späten Nachmittag sind wir wieder in der Malerwerkstatt. Hier herrscht noch immer geschäftiges Treiben: Bänke werden geschliffen, Figuren neu lackiert, Schilder ganz filigran mit einem Pinsel liebevoll bemalt. „Eine kurze Farb- und Oberflächenkur“, erklärt uns Adrian Bürkle, „dann wandern die renovierten Requisiten wieder zurück in den Park. In der Werkstatt kommt überwiegend der Exzenterschleifer ETS 150 zum Einsatz. Der ROTEX RO 150 FEQ ist bei uns aufgrund seiner Vielseitigkeit und Präzision ebenfalls sehr beliebt. Zusätzlich haben wir die Absaugarme ASA 5000 zusammen mit den Absaugampeln von Festool, um den Kollegen die Arbeit ergonomischer und einfacher zu machen.“ Wir sind beeindruckt von unserem Schnuppertag im Malerteam des Europa-Park und wollen wissen, welche Fähigkeiten ein Maler mitbringen muss, um in Bürkles Team zu arbeiten. Darauf hat Bürkle eine klare Antwort: „Er muss ein Allrounder sein. Von feinen, kleinen und anspruchsvollen Malerarbeiten bis hin zu großflächigen und komplexen Aufträgen sollte ein Maler in unserem Team vielfältig einsetzbar sein. Dazu muss er schnell und mit sehr guter Qualität arbeiten.“ Wir verabschieden uns, denn auf Bürkles Leute wartet schon der nächste Auftrag direkt vor der Werkstatt: Kurz vor Feierabend kam eine weiße Holzbank rein – sie muss bis morgen früh noch abgeschliffen und ausgebessert werden. Da sein Team voll ausgelastet ist, greift der Chef auch gerne mal selbst zum Schleifer.
Malerarbeiten an den Europa-Park Kulissen