Clever bauen - flexibel wohnen

Innovatives Bauen trifft Effizienz. Ein Besuch bei Haas Fertigbau in Österreich.

Schneller, kostengünstiger Aufbau und gleichzeitig wohnlich: Modulhäuser sind ein neuer Trend beim Fertighausbau. Für die Hersteller der vorgefertigten vier Wände ergeben sich in der Praxis ganz neue Herausforderungen. Innovative Lösungsansätze sind gefragt, effizientes Arbeiten ist Pflicht. Das zeigt ein Besuch bei Haas Fertigbau in Österreich.
Eigentlich ist die österreichische Steiermark rund um das schöne Graz für seine Gemütlichkeit inmitten idyllischer Landschaften bekannt. „Grüne Mark“ wird sie deshalb von den Einheimischen auch gerne genannt. Von Wäldern und Wiesen und steiermärkischer Gelassenheit ist an diesem Januarmorgen allerdings nicht viel zu sehen – seit den frühen Morgenstunden schneit es. Chaos herrscht auf den Straßen. Das scheint den Betrieb bei Haas Fertigbau in Großwilfersdorf jedoch nicht im Geringsten zu stören. Einige Wandelemente werden gerade mit einem Stapler auf einen Lkw geladen. Am Eingang zum Firmengelände steht ein fertiges Modulhaus. Dort treffen wir Markus Schweinzer. Er ist verantwortlicher Techniker für das noch recht junge Modulhaus-Konzept bei Haas.

Clever bauen, felxibel wohnen

„Die Idee des cleveren Modulbau-Konzepts FlexHome ist zusammen mit der Technischen Universität Graz entstanden“, erklärt uns Schweinzer, als wir in Richtung Produktionslinie laufen. „Unsere Kunden bevorzugen flexible Wohnlösungen, weil sie sich nicht fest an einen Ort binden möchten. Das Modulhaus FlexHome kann unter anderem als Wohnraum, Büro, Wochenendhaus, Mobile Home oder Arztpraxis verwendet werden. Das ermöglicht unseren Kunden extrem viel Flexibilität.“

Schrauben mit 98 Newtonmeter Drehmoment

In der Fertigungshalle empfängt uns ein wohlbekanntes Elektrowerkzeug: Ein Mitarbeiter bohrt mit dem Festool QUADRILL DR 20 Löcher für die Schraubverbindungen für die Wandelemente. Je nach Größe wiegen die einzelnen Elemente zwischen 200 und 1.500 Kilogramm. Mit Widerstand seitens der Holzplatten muss er dabei nicht rechnen: Das mit Kabel betriebene Kraftpaket bohrt mit bis zu 98 Newtonmetern Drehmoment unaufhaltsam präzise Lochungen ins Holz. Verzögerungen sind bei diesem Auftrag auch nicht erwünscht, die nächsten Wandelemente stehen schließlich schon zur Montage bereit. Für die Eckverschraubungen kommt der DR 20 zusammen mit dem Winkelaufsatz zum Einsatz. Insgesamt werden bei jedem Haus vier Fertigteilwände verbaut. „Wir verwenden für unsere FlexHome-Modulhäuser überwiegend Holz aus der Region“, sagt uns Schweinzer.

„Bei uns kommt es auf Präzision und Schnelligkeit an. Die Arbeitsabläufe wurden vom Timing her perfekt aufeinander abgestimmt.“

Monteur - Fertigbau Haas

Der Festool Quadrill DR 20 im Einsatz
Der Festool Quadrill PDC 18/4 im Einsatz
Die Fertighäuser der Firma Haas aus Österreich

Präzision und Schnelligkeit sind Trumpf

Es erinnert fast ein wenig an einen Boxenstopp, wenn das zwischen 20 und 25 Mann starke Fertigungsteam an den unterschiedlichen Modulen arbeitet. Hektik kommt dabei nicht auf, das Team an der Produktionslinie ist gut eingespielt. „Bei uns kommt es auf Präzision und Schnelligkeit an. Die Arbeitsabläufe wurden vom Timing her perfekt aufeinander abgestimmt, damit keine Leerlaufzeiten entstehen“, sagt uns einer der Monteure. „Die Mobilität bei der Fertigung spielt bei uns eine wichtige Rolle, damit wir uns während der Montage innerhalb der Produktionslinie frei bewegen können. Kabel sind hier oft eine Stolperfalle oder schränken die Bewegungsfreiheit ein. Wir setzen daher in erster Linie auf akkubetriebene Geräte wie die Stichsäge PSC 420 oder den Schlagschrauber PDC.“

Der letzte Schliff

Sobald die Grundkonstruktion montiert wurde, steht der Innenausbau der Module an. Die Grundierung wird kurzerhand mit dem Bohrschrauber QUADRILL DR 20 und dem aufsteckbaren Rühraufsatz angerührt. In einem weiteren Schritt wird die Oberfläche mit dem Langhalsschleifer PLANEX LHS 225 perfekt glattgeschliffen und danach verputzt. „Dabei kommt es auf die richtigen Schleifmittel mit der richtigen Körnung an. Eine feine Körnung ist bei weicheren Materialien ideal, um ein gutes Oberflächenfinish zu erhalten. Bei zu groben Schleifmitteln kann es zu Kratzern auf der Oberfläche kommen. Das hätte teure Nacharbeiten zur Folge. Daher achten wir immer auf eine möglichst perfekte Oberflächenvorbereitung“, erklärt uns der zuständige Mitarbeiter.

Ein Haus am Haken

Am Ende der Produktionslinie wird gerade ein Modul auf einen Lkw verladen. Ein Kraftakt, nicht nur für den Kran. Das Manöver erfordert auch den vollen körperlichen Einsatz und einen kühlen Kopf von der gesamten Mannschaft. Jeder Handgriff muss jetzt sitzen, da schon kleine Beschädigungen an der Außenwand später große Auswirkungen haben können, wenn das Haus den Witterungsbedingungen ausgesetzt ist. Auch während des Transports ist Vorsicht geboten, da der Lkw mitsamt dem 16 Tonnen schweren Haus mit 3,50 Metern Überbreite hat. „Für die komplette Fertigung eines Modulhauses im Werk benötigen wir im Moment vier Wochen. Wir sind aber dabei, die Prozesse zu optimieren, damit wir noch etwas schneller werden. Die Nachfrage ist groß“, sagt uns Markus Schweinzer, als wir zusammen die Produktionshallen verlassen. Wir sind uns sicher: FlexHome ist ein innovatives Wohnkonzept mit Zukunft.