Die VHB Schreinerwerkstatt

Perfektion bis zur letzten Schraube

Ein Projekt mit 45.000 Schrauben. In der Hauptrolle: der Akkuschrauber T 18 von Festool

Was haben der Deutsche Bundestag, der Vergnügungsdampfer AIDA und die Universität Southampton miteinander gemeinsam? Ganz einfach: Sobald bei einem dieser Projekte die Disziplin hochwertiger Holzbau ins Spiel kam, war der Holzbaubetrieb VHB mit von der Partie.
Georg Rothärmel, der Werkstattleiter der Vereinigten Holzbaubetriebe (kurz: VHB) empfängt uns um kurz vor acht Uhr am Eingang der Produktionshalle. Auf seinem Pullover prangt das orangefarbene VHB-Logo. Ein paar Sägespäne zeugen von der Praxisnähe seines Jobs. Obwohl er selbst nur noch selten zum Werkzeug greift. „Das fällt mir manchmal aber gar nicht so leicht!“, verrät er uns lachend, als wir in Richtung seines Fertigungsbereichs laufen. Unterwegs bleibt noch ein wenig Zeit, um uns die wichtigsten Eckdaten des Unternehmens ins Gedächtnis zu rufen: 125 Mitarbeiter sind insgesamt bei VHB beschäftigt. Das Unternehmen ging aus einem Zusammenschluss zweier Holzbaubetriebe in den 1970er Jahren hervor. Das ist über 40 Jahre her. 23,9 Millionen Euro Umsatz machte das Unternehmen 2015, das kann sich sehen lassen. Bei VHB hat man sich auf den hochwertigen Auf- und Ausbau von Innen- und Außenbereichen spezialisiert. Aber auch Kreuzfahrtschiffe – überwiegend der Ausbau der Poolbereiche mit Holz – tauchen regelmäßig in den Auftragsbüchern auf. Dazu gesellt sich der Aufbau von Holz-Glas-Fassaden und Holz-Alu-Fassaden. An insgesamt drei Produktionsstandorten mit einer Grundfläche von rund 5.000 Quadratmetern werden die unterschiedlichen Projekte umgesetzt.
Schrauben mit dem Festool Akku-Bohrschrauber

56 Holzerker – 45.000 Schrauben

Zwei Kollegen des Montageteams sind gerade dabei, einen Rahmen zu fertigen. Dabei kommt keine Hektik auf. Alles läuft routiniert und reibungslos ab. Es ist offensichtlich nicht der erste Holzerker, den die beiden Mitarbeiter gemeinsam montieren. Optik und Geruch verraten uns: Es handelt sich um Tannenholz. „Tannenholz bringt die idealen Eigenschaften mit: Es hat einen geringeren Harzanteil als Fichte, trotzt den Witterungsbedingungen und lässt sich obendrein sehr gut verschrauben“, verrät uns Georg Rothärmel und fährt fort: „Es handelt sich hier um Holzerker, die wir gerade für ein neues Altenheim in Schutterwald anfertigen. Insgesamt werden es 56 Holzerker – das sind circa 45.000 Schrauben. Wir schrauben hier also jede Menge. Dabei setzen wir in erster Linie auf den Akkuschrauber T 18 von Festool, weil er einen sehr guten Kompromiss zwischen Leichtigkeit, Vielseitigkeit, Ausdauer und Robustheit bietet.“
Das Schreiner-Team der Vereinigten Holzbaubetriebe

Holzbau par excellence

Es folgt eine kurze Lagebesprechung mit seinem Team vor Rothärmels Büro. Ein reiner Bürojob? Das kommt für ihn nicht infrage. Der erfahrene Werkstattleiter ist immer mittendrin, er kennt jedes Projekt im Detail, der Austausch mit seinen Mitarbeitern ist das A und O. Und das ist unverzichtbar, denn bei VHB hat man sich schließlich auf große und entsprechend anspruchsvolle Holzbauprojekte spezialisiert. Zu den Kunden zählen der Berliner Reichstag, die Botschaften der nordischen Länder, der EU-Ministerrat sowie der Europäische Gerichtshof in Luxemburg mit einem Erweiterungsbau. „Bei diesen Großprojekten kommt es auf eine hervorragende Koordination und eine präzise Planung von Mensch, Material und Maschinen an“, erklärt Rothärmel uns. „Im Bundestag haben wir vor kurzem an einigen Stellen die Holzmöbel renoviert. Das ging nur nachts, damit wir mit unseren Arbeiten tagsüber, während des regulären Bürobetriebs, niemanden stören. Nicht ganz einfach, aber wir richten uns immer nach den Bedürfnissen unserer Kunden.“

„Für uns ist die Ausdauer der Akkus sehr wichtig. Jedes Mal, wenn wir unseren Akku wechseln müssen, kostet das wertvolle Zeit. Deshalb ist für uns die Ausdauer wichtiger als die reine Kraft“

Georg Rothärmel - VHB

Um die Ecke schrauben

Zunächst werden Alurahmen mit dem Holz verschraubt. Hier muss die Kraft des Schraubers präzise dosiert werden, um keine Beschädigungen am empfindlichen Rahmen oder am Holz zu verursachen. Gerade Tannenholz neigt bei unvorsichtiger Behandlung mit dem Werkzeug zum Splittern. Der T 18 kann hier seine Vorteile als professionelles Montagewerkzeug voll ausspielen: Zusammen mit dem Winkelaufsatz kommt das Team problemlos auch an die schwer erreichbaren Stellen und Winkel der Erker. Schraube für Schraube wird sauber versenkt – nach knapp 30 Minuten ist der Erker montiert. „Obwohl wir hier genügend Ladegeräte haben, ist für uns die Ausdauer der Akkus sehr wichtig. Jedes Mal, wenn wir unseren Akku wechseln müssen, kostet das wertvolle Zeit, das summiert sich am Ende eines Tages. Deshalb ist für uns die Ausdauer wichtiger als die reine Kraft“, so Georg Rothärmel.

Kontrolle ist nicht alles

Szenenwechsel: Nach der Montage in Memmingen werden die Holzerker am Rohbau in Schutterwald angebracht. Dazu hat das Montageteam einen Kran positioniert, der sie an Ort und Stelle heben soll. Nach wenigen Minuten ist der Kran auf eine Höhe von 50 Metern ausgefahren – ein Dieselmotor versorgt den Kompressor des Kranantriebs mit Energie. Dann geht alles ganz schnell: Der erste Erker hängt „am Haken“. Was zunächst einfach aussieht, entpuppt sich als anspruchsvolles Unterfangen. Denn einige der Rahmen müssen über das Dach des Gebäudes und auf der anderen Seite wieder zentimetergenau an die richtige Position gehoben werden. Da die Rahmengestelle nicht besonders schwer sind, sind sie in der Luft auch sehr anfällig für Windböen. Doch das Team hat alles bestens im Griff: Auf dem Dach stehen zwei Kollegen und geben dem Kranfahrer mit einem Funkgerät Anweisungen. „Hier ist Vertrauen mindestens genauso wichtig wie Kontrolle“, ruft uns der Kranfahrer zu. Der Diesel läuft auf Hochtouren. Das nächste Fenster steigt hinauf in den stahlblauen Himmel. Zum Glück ist es an diesem Frühjahrsmorgen so gut wie windstill. Sicher gleitet ein Erker nach dem anderen durch die Luft in Richtung Ziel.
Festool zu Besuch auf einer Baustelle der Vereinigten Holzbaubetriebe
Bohren mit dem Festool Akku-Bohrschrauber

Alles im grünen Bereich

Auf der anderen Gebäudeseite warten zwei Monteure schon ungeduldig auf die Ankunft der Erker. „Bei uns kommt es auf Präzision und Schnelligkeit an“, erzählt uns einer der VHB-Monteure, während sein Kollege die ersten Schrauben zielsicher mit dem Festool T 18 versenkt. Die Rahmen werden fest mit Stahlschienen verschraubt, die an der Außenwand herausragen. Somit sind die Erker fest mit dem Gebäude verwachsen. Das Gleiche passiert an der Raumdecke. Das Team ist eingespielt wie eine Boxencrew in der Formel 1: Nach fünf Minuten sitzt der Erker perfekt – das nächste Fenster ist schon unterwegs. Am späten Nachmittag sind sämtliche Erker montiert. Wir fragen nach dem Akkustand. „Alles im grünen Bereich, wir haben heute aber auch die größeren 5,2-Ah-Akkus eingesetzt“, gibt einer der Monteure zurück und ergänzt scherzend: „Aber wir sind für heute fix und fertig. Morgen geht es mit vollen Akkus wieder frisch ans Werk.“
Der Festool Akku-Bohrschrauber T18