Schleifen ≠ Schleifen

Worauf kommt es beim Schleifen an?

Beim Schleifen ist die Wahl des richtigen Werkzeugs das A und O. Unter Experten wird fachkundig über Hübe, Tellerhärten und das richtige Schleifmittel diskutiert. Dabei wird oft unterschlagen, dass es vor allem auf eines ankommt: auf die passende Schleifbewegung. Wir klären auf.

Schleifbewegungen und Hübe

Je nach Oberflächenbeschaffenheit und gewünschtem Ergebnis stehen beim Grob- oder Feinschliff fünf verschiedene Schleifbewegungen zur Wahl. Zudem gilt: Je größer der Schleifhub, desto höher der Abtrag. Geringer Schleifhub von beispielsweise 3 mm ist ideal für Feinschliff; mit Schleifhüben von 5–7 mm erzielen Sie beim Grobschliff einen hohen Abtrag.

Linear

Schleifbewegung: Reine Linearbewegung.

Anwendung: Die lineare geradlinige Bewegung ist ideal für das Schleifen von Holzwerkstoffe entlang des Faserverlaufs.

Hinweis: Beim Linearschleifen in Faserrichtung werdenHolzfasern nicht verletzt (wichtig wenn zum Beispiel die Oberfläche anschließend geölt, gewachst oder dünnschichtig lasiert wird). Die geradlinige Schleifbewegung schlägt nicht zur Seite aus. Daher eignet sich der Linearschleifer auch besonders gut für das Schleifenv on Rahmenschenkeln an Glasscheiben.

Maschinenbeispiel: Linearschleifer DUPLEX LS 130

Exzenter

Schleifbewegung: Schwingende Bewegung, bei der sich geradlinige und kreisförmige Bewegungen überlagern.

Anwendung: Wird genutzt, wenn es auf die Qualität des Schleifbilds nicht so ankommt (zum Beispiel wenn anschließend eine Decklackschicht aufgetragen wird).

Hinweis: Die Schleifbewegung des Deltaschleifers ist ebenfalls schwingend. Er eignet sich besonders für den Abtrag auf kleinen Flächen mit Winkeln, Ecken und Kanten.

Maschinenbeispiel: Deltaschleifer DTS 400

Exzenter-Rotation

Schleifbewegung: Kombination aus schwingender und rotierender Bewegung.

Anwendung: Eignet sich für Grobschliffe (beispielsweise Entlacken) sowie Zwischen- und Feinschliffe. Ermöglicht eine nahezu schleifkringel- und riefenfreie Oberfläche.

Hinweis: Beim Exzenter-Rotationsschleifen macht es keinen Unterschied, ob die Maschine mit oder gegen die Faserrichtung geführt wird. Dort, wo Längs- und Querholzflächen aufeinandertreffen, muss jedoch mit besonderer Sorgfalt geschliffen werden.

Maschinenbeispiel: ETS EC 150

Exzentrische Zwangsrotation

Schleifbewegung: Exzentrische Zwangsrotation durch Getriebe-Zuschaltung.

Anwendung: Durch das Getriebe wird der Abtrag deutlich erhöht. Geeignet für den Grobschliff und für das schnelle Entfernen von nicht tragfähigen Altbeschichtungen.

Hinweis: Schneller und hoher Abtrag von verwitterten Lack- und Farbschichten ohne hohe Risiken von Schleiffehlern.Mit der exzentrischen Zwangsrotation ist ebenfalls Polieren möglich.

Maschinenbeispiel: ROTEX RO 90 und 150

Rotation

Schleifbewegung: Reine Rotationsbewegung.

Anwendung: Wird überall da genutzt, wo möglichst schnell ein hoher Abtrag erzielt werden soll (unter anderem beim großflächigen Lackabtrag).

Hinweis: Leistungsstarke Rotationsschleifer verzeihen keine Anwendungsfehler. Bei Werkstücken, die eine absolute Ebene bekommen sollen, können ungewollt tiefe Schleifriefen entstehen.

Maschinenbeispiel: RAS 180